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“This is Paris”- die andere Story über Paris Hilton

That’s hot! Sie war DER Reality Star meiner Teenager Jahre: Paris Hilton. Ok ok, eigentlich war sie mehr zum Fremdschämen- trotzdem hab ich “The simple Life” gesuchtet. Paris Hilton war die erste Frau, die berühmt war fürs Berühmt sein. Sie war eine Feiermaus und ohne sie wäre der Kardashian Clan heute arbeitslos und Selfies narzisstische Kackscheisse statt Daily Routine. Dann folgte das geleakte Pornotape und es wurde- zumindest in Deutschland- ruhig um Paris. In Amerika hingegen legte sie eine beispiellose Karriere hin: insgesamt 19 Produktlinien führt sie als CEO. Schuhe, Kosmetik, Kleidung, Parfums. Für einen Auftritt als DJane nimmt Paris 1 Million Dollar Gage. Ihr Ziel: die Milliarde zu knacken- GANZ ALLEIN. Das wusste ich alles über Paris Hilton. Was sie jetzt allerdings in der Youtube Doku This is Paris berichtet, hat mich mehr als geflasht.

This is Paris

Credit: YouTube/ParisHilton

Von vorne. Eigentlich will Paris Hilton Tierärztin werden. Als Kind. Doch während ihre Eltern versuchen, sie zur perfekten Promqueen zu dressieren, zieht es Paris schon mit 15 zu den Drag Queens und den Models. In die Diskotheken, auf den Laufsteg, ins Nachtleben. Die konservativen Eltern bekommen es mit der Angst zu tun- und wählen extreme Wege, der rebellierenden Tochter Herr zu werden. Sie stecken Paris in verschiedene Erziehungslager. Immer wieder läuft sie davon. Mit 16 kommt Paris Hilton dann in eine der härtesten Anstalten, in die Provo Canyon School (PCS) in Utah. Was dort passiert, hat mich sprachlos gemacht. Elf Monate lang wird Paris dort geschlagen, gewürgt, unter Medikamente gesetzt. Als auffliegt, dass Paris ihre Pillen wegschmeisst, muss sie 22 Stunden in Unterwäsche in die Einzelzelle. Andere Schülerinnen werden sexuell missbraucht. In dieser Zeit schwört sich Paris. “Wenn ich hier wieder rauskomme, wird niemand mehr Kontrolle haben. Ich werde reich und berühmt.” Als Zuschauerin habe ich das Gefühl: hier findet ein richtig psychologisches Fehlexperiment statt. Paris Wille wird nicht gebrochen- sondern perfide geformt.

Credit: YouTube/ParisHilton

Als Paris zurückkehrt, will sie es allen zeigen. 100 Millionen Dollar anhäufen. Aus den 100 Millionen soll schnell eine Milliarde werden. Dann, so denkt sie, wird sie vielleicht glücklich. Zwischen den Szenen im Blitzlichtgewitter sieht man eine schlaflose Paris, die Angst vor Flashbacks und Albträumen hat. Die sich in ihre Traumwelt flüchtet. Wechselt zwischen kindlichem Verhalten und affektierter Sexyness.

20 Jahre Schweigen

Warum Paris jetzt nach 20 Jahren mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit geht? Gute Frage. Für mich klingt es plausibel, dass sie junge Mädchen und Jungs vor einem ähnlichen Schicksal schützen will. Dass sie sich deswegen mit ehemaligen Mitschülerinnen der Kampagne  #BreakingCodeSilence anschließt.

Credit: YouTube/ParisHilton

Für mich war es wirklich grausam, This is Paris anzusehen. Zu sehen, wie ein Mensch alles versucht, um sich nicht mehr machtlos zu fühlen und doch jeden Tag in seiner eigenen Maschinerie gefangen ist. Ein Mensch, der aus Machtgeilheit schon lange den Zugang zu sich verloren hat. Der nicht weiß, wer er ist, weil Pubertät und junges Erwachsenenalter nie stattgefunden haben. Mehr als einmal fühle ich mich an Michael Jackson erinnert.

Paris Hilton wird nie reich sein

Paris Hilton wird nie reich sein. Nie. Für mich ist sie der ärmste Mensch der Welt.

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