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Missbrauch unter K.O. Tropfen? Warum Nina Fuchs keinen Prozess bekommt

21. November 2019

Über den Fall Nina Fuchs habe ich hier auf HEY Sister! zum ersten Mal vor fast genau 8 Monaten berichtet. Damals war die 36-jährige Münchenerin mit ihrer Geschichte an die breite Öffentlichkeit gegangen: sie gab an, unter K.O.- Tropfen missbraucht worden zu sein. Der Mann, der sie nach einem Diskobesuch und sexuellen Handlungen im Park einfach in den Büschen liegen ließ, konnte zwar anhand von DNA Spuren ermittelt werden. Nur: dass der Geschlechtsakt ein sexueller Missbrauch gewesen sei, könne nicht nachgewiesen werden (hier könnt ihr die Geschichte noch einmal nachlesen). Nina startete eine Petition, die mittlerweile über 100.000 Menschen unterschrieben haben: sie fordert einen fairen Prozess. Im Mai kommt Hoffnung auf: als Nina die Unterschriftenlisten der Staatsanwaltschaft übergibt, wird das Verfahren wieder aufgenommen.
 

 

6 Monate später

Nina versucht, ihr Leben zu leben, wartet täglich auf ein Signal der Staatsanwaltschaft- was passiert mit ihrem Fall? Wird sie einen Prozess bekommen? Obwohl ihr die Oberstaatsanwälte Weith und Ruhland eine Entscheidung für die 1. Maiwoche angekündigt hatten, passiert ein halbes Jahr nichts. Vergangene Woche bekommt Nina Fuchs dann die Hiobsbotschaft:

Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren erneut ein.

Für Nina eine Katastrophe:

“Ich habe mich selten in meinem Leben so klein und machtlos gefühlt. Ich habe stundenlang geweint, hatte starke körperliche Symptome, musste mich mehrmals übergeben und wollte nur noch eines: weglaufen und das alles hinter mir lassen.”

 

 

Die Begründung der Staatsanwaltschaft: dass der mutmaßliche Täter die Widerstandsunfähigkeit des Opfers nicht erkannt hat, kann nicht nachgewiesen werden. Aber für Nina das Schlimme an der Situation: dass ihre Widerstandsunfähigkeit überhaupt angezweifelt wird. Schließlich bescheinigt ihr das Institut für Rechtsmedizin eine hochgradige Alkoholisierung: mit wahrscheinlichen BAK-Werten zwischen 1,85 und 2,15 Promille und „maximalen“ BAK-Werten zwischen 2,56 und 2,96 Promille. Salopp gesagt: ein veritabler Vollrausch.
Die Staatsanwaltschaft jedoch stellt fest, dass ein „Rückschluss von einer hochgradigen Alkoholisierung auf das Vorliegen von Ausfallerscheinungen nicht möglich sei, nachdem diese von zahlreichen Faktoren abhängig und individuell sehr unterschiedlich seien.“

 

Unfassbar..

Nach der anfänglichen Ohnmacht steht für die 36-jährige aber fest: Aufgeben ist keine Option!

Nina Fuchs möchte den Kampf um einen fairen Prozess weiter kämpfen und die Hoffnung, dass die Gerechtigkeit irgendwann doch noch siegt, nicht aufgeben. Ihr Anwalt hat heute Beschwerde eingelegt.

 
 

  • Reply
    Martina Mittelstädt
    22. November 2019 at 23:03

    Unglaublich so etwas ,manchmal denke ich, man kann sich in diesem Land echt alles erlauben🤬
    Die Gesetze hier sind meist total veraltet.
    Bin oft fassungslos 😞

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