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Resilienz- das Immunsystem unserer Seele

26. November 2019

Es gibt ein paar Begriffe, die werden seit einiger Zeit für (fast) jeden Artikel über seelische Gesundheit bemüht. Auf Platz 1 ungeschlagen: Achtsamkeit. Ohne Achtsamkeit nix los. Dann folgen Begriffe wie Burnout, Coaching und dann kommt auch schon die Resilienz.

Der Begriff Resilienz kommt ursprünglich aus der Physik und stammt vom lateinischen Begriff resilire ( = zurückspringen, abprallen). Stoffe, die mit einer großen Resilienz ausgestattet sind, kehren auch nach extremer Druckeinwirkung oder Spannung wieder in ihren Ursprungszustand zurück- wie z.B. Gummi.

Die Resilienz eines Menschen

Bei uns Menschen beschreibt die Resilienz eine Art psychische Widerstandsfähigkeit. Damit wird die Fähigkeit ausgedrückt, Krisen zu bewältigen und sie als Chance für Entwicklungen zu nutzen. Menschen, die sich von traumatischen Ereignissen und Schicksalsschlägen wieder gut erholen, gelten als resilient.

 

Resilienz aka “Fuck it, i’ll do it anyway!”

 

Für mich persönlich bedeutet Resilienz: die Mischung aus einem gesunden “Leck mich am Arsch” Gefühl, Pragmatismus, Vertrauen und Hoffnung.

Resilienz?! Her damit! 

Resilienz ist ein lebenslanger Lernprozess- und wurzelt, klar, in der Kindheit. Welche Rolle die Gene für die psychische Widerstandskraft spielen, wird noch erforscht. Ein wichtiges Gen scheint aber das “5-HTTLPR” zu sein, das es in einer längeren und einer kürzeren Variante gibt. Es regelt die Verteilung des Glückshormons Serotonin im Gehirn und steuert den Abbau des Stresshormons Noradrenalin. In der längeren Variante wirkt 5-HTTLPR stärker- und 99,5 % der Menschen besitzen die lange Variante.

Natürlich prägt uns unsere Kindheit stark im Hinblick auf die Resilienz: wichtig ist, wenigstens eine Vertrauensperson zu haben. Bei mir im Freundeskreis ist es offensichtlich: diejenigen, die eine starke Bindung zu ihren Eltern haben, kommen besser mit Krisen klar. Diejenigen, die großen Stress und eine weniger geborgene Kindheit erlebt haben, straucheln auch im späteren Leben schneller. Auch, wie wir mit Niederlagen umgehen, ob wir in unseren Talenten gefördert werden und wie wohl wir uns in unserem Körper fühlen, spielt eine große Rolle.

 

 

Mehrere Wissenschaftler, darunter auch die Psychotherapeutin Micheline Rampe, berufen sich auf die „Sieben Säulen der Resilienz“:

  1. Optimismus
  2. Akzeptanz
  3. Lösungsorientierung
  4. Selbstvertrauen
  5. Verantwortungsbewusstsein
  6. Soziales Umfeld – Beziehungen
  7. Zukunftsgestaltung 

Und damit steht gleichzeitig auch fest, wie wir an unserer Resilienz arbeiten können. Es ist eine Art innere Bewertung- und die können wir umprogrammieren. Natürlich nicht in einem einstündigen Seminar, sondern langfristig.
Dabei helfen auch Vorbilder: was hat andere Menschen in der Krise stark gemacht? Wie gehen sie mit Enttäuschungen und Traumata um?

Diese Fragen stellen wir in einer neuen Interview Reihe, hier auf HEY Sister! Kommende Woche geht’s los.

 
Ps: Mehr zum Thema Mentale Gesundheit findet Ihr hier.
 

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