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Nach Vergewaltigung im Park: Ninas Kampf um Gerechtigkeit

22. März 2019

Nina Fuchs ist genauso alt wie ich: Baujahr 1983, gerade hat sie ihren 36. Geburtstag gefeiert. Eine hübsche Frau mit viel Humor und einem großen Herz. Nina arbeitet als Übersetzerin und hat deshalb auch schon viel gesehen von der Welt- momentan lebt sie in Portugal.

Nina Fuchs; Foto via DER WEISSE RING, Fotografin: Evelyn Dragan

 

Nichts an der selbstbewussten und reflektierten Münchenerin deutet darauf hin, dass sie vor einigen Jahren den Alptraum einer jeden Frau erlebt hat:

Vergewaltigung unter dem Einfluss von K.O. Tropfen 

Rückblick. Vor sechs Jahren besucht Nina mit Freunden einen angesagten Club am Maximiliansplatz in München.

Irgendwann in dieser Nacht wird sie von zwei Männern sexuell missbraucht- doch das realisiert sie erst, als sie am nächsten Morgen in einem Park in der Nähe des Clubs langsam wieder zu sich kommt. Halbnackt, völlig aufgelöst. Sie hat wahrscheinlich K.O. Tropfen bekommen und deshalb nur vage Erinnerungen an die Tat- Gott sei Dank, wie sie heute sagt. Völlig derangiert steigt die junge Frau damals in die Tram, fährt nach Hause. Ihre Schwester überredet sie schließlich, zur Polizei zu gehen. Bei der Untersuchung der Gerichtsmedizin werden Sperma-Spuren von einem der Täter sichergestellt.

Nina wendet sich an den WEISSEN RING, bekommt einen Anwalt gestellt und kann als Nebenklägerin auftreten. Dennoch wird das Verfahren nach neun Monaten eingestellt- denn Nina kann keine konkrete Beschreibung ihrer Peiniger abgeben.

Fünf Jahre gehen ins Land.

Im Sommer vergangenen Jahres bekommt Nina dann die Nachricht: die Polizei hat einen Verdächtigen.

Die DNA stimmt

Der Mann, von dem wegen einer anderen Angelegenheit DNA-Spuren sichergestellt wurden, muss in der Tatnacht mit Nina zusammen gewesen sein.

Eigentlich ein Erfolg für die Münchnerin. Dann folgt Anfang dieses Jahres die Ernüchterung: das Verfahren wird eingestellt.

Die Begründung der Staatsanwältin:  

Nina könne sich (aufgrund der K.O.-Tropfen) an „längere zeitliche Abschnitte der Tatnacht nicht erinnern“. Deshalb gäbe es „keine Chance auf eine Verurteilung“. 

Doch Nina gibt nicht auf: „Ich lasse mir nicht so einfach mein Leben versauen, ich möchte kein Opfer sein. Ich bin eine Kämpferin und ich will einen ordentlichen Prozess.“

 

Screenshot change.org

 

Ihre Petition dafür hat sie vor wenigen Tagen via Change.org gestartet- bis jetzt haben fast 68.000 Menschen unterschrieben, sekündlich werden es mehr.

„Total krass!“, freut sich Nina am Telefon, „gleich heute noch schicke ich dem Generalstaatsanwalt Reinhard Röttle eine Mail mit einem Link zu all den Unterschriften.“

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Wenn Ihr Nina bei ihrer Petition unterstützen wollt: hier könnt Ihr Eure Stimme abgeben!

 

 Nina: Danke für Deinen Mut, Deine Lebenslust, Dein Selbstbewusstsein und Deinen hartnäckigen Glauben an Gerechtigkeit. Ich bin bei Dir!

 
Update 16.04.2019: Heute übergibt Nina fast 92 Tausend Unterschriften in München- wir halten Euch auf dem Laufenden! ❤️

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