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Buchtipp: “Body Politics” von Melodie Michelberger

Es ist für viele Frauen eine der schwierigsten Beziehungen überhaupt. Und kurioserweise ist es nicht die zu anderen Menschen, zum Partner oder zur Familie. Es ist die Beziehung zu sich selbst und im Besonderen zum eigenen Körper. Wir alle möchten gerne schön, begehrenswert, sexy sein. Und dafür nehmen sich viele von uns ein schier unerreichbares Ideal als Vorbild. Instagram made us do it. Was aber, wenn unser Körper gar nicht dafür gemacht ist? Eine, die diesen Spagat über viele Jahre, ja sogar Jahrzehnte, mitgeturnt hat, ist PR Expertin Melodie Michelberger. Die 44-Jährige war früher Redakteurin bei verschiedenen Frauenmagazinen, heute führt sie ihre eigene PR Agentur und ist bekannt als Influencerin in Sachen #bodypositivity. Wie die Hamburgerin gelernt hat, sich anzunehmen UND zu feiern, das erzählt sie uns in ihrem ersten Buch Body Politics.

© Melodie Michelberger

Body Politics

 Und diese Geschichte ist leider typisch. Melodie ist ein fröhliches Kind, intuitiv, selbstbewusst. Sie merkt aber schnell, dass Menschen nicht nur nach ihrem Charakter, sondern nach ihrem Aussehen bewertet werden. Sie wächst in einer dauerdiätierenden Kosumgesellschaft auf. Das bleibt nicht ohne Folgen: mit gerade mal 12 Jahren macht sie ihren ersten Obsttag, um abzunehmen. Die Diäten und strengen Restriktionen werden Teil ihres Lebens, befeuert durch den Applaus von außen.

“Ich war besessen davon, meinen Körper zu verkleinern, zu schrumpfen, zu formen, zu verschlanken und zu straffen. Ich wollte Fett verbrennen, meiner Figur schmeicheln, meinen Bauch glätten, Problemzonen kaschieren, Rundungen bekämpfen, die Waage besiegen, Kleidergrößen reduzieren, und alles in dem Glauben, damit die beste Version meiner selbst zu werden.”

Schöne kranke Modewelt

Spätestens, als Melodie in der Moderedaktion einer Frauenzeitschrift anfängt, katapultiert sie sich in den Mittelpunkt der Oberflächlichkeiten. Sie hungert, trainiert, nimmt Appetitzügler. Auch ihre Schwangerschaft und die Geburt ihres Sohnes können sie nicht mit ihrem Körper versöhnen, im Gegenteil. Stärker als je zuvor kämpft sie gegen ihre Natur. Erst, als sie durch einen Burnout, eine sogenannte Erschöpfungsdepression, ausgebremst wird, fangen die Dinge an, sich langsam zu ändern.

Neuanfang

Michelberger muss sich neu sortieren, gründet ihre PR-Firma und setzt sich mit ihrem Körper auseinander- ihrem ehemals größten Feind.

“Nein, ich liebe meinen Körper nicht jeden Tag gleich, aber ich terrorisiere ihn nicht mehr. (…) Es ist doch so: Mein Körper war schon immer meine Freundin. Ich habe diese Liebe nur nicht erwidert. (…) Ich will verstehen und glauben, das ich und mein Körper in einem Team sind. Dass wir eins sind. Dass wir als eine Person, als Melodie, zusammen staunend durch diese Welt gehen. Ich will mir diese Liebe schenken. Und Doppelkekse und Rüschenröcke.”

Feminismus

Die eigene Biografie ist aber nur ein Teil von Body Politics. Michelberger zeigt außerdem, wie Feminismus und Vorbilder ihr bei ihrer Reise geholfen haben. Welche Frauen sie inspiriert haben. Durch die Gründung ihres Onlinemagazins Trust The Girls taucht sie ein in eine empowernde Community, die sie bei ihrer Reise unterstützt. So wird Melodie Michelberger peu a peu zu der Frau, die sie heute ist: ein strahlendes Rolemodel in Sachen Body Positivity und Feminismus.

Body Politics von Melodie Michelberger erscheint heute, 26. Januar 2021, im Rowohlt Verlag.

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