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Mit Gaudi zum Erfolg: das bayerische Label Strawanza

Viele der Gründer:innen hier auf hey sister begleite ich oft über Jahre hinweg. So auch in diesem Fall: Christoph und Laura Forstner vom bayerischen Modelabel Bavarian Couture habe ich vor fast 10 Jahren kennengelernt. Mittlerweile heißt ihr Unternehmen Strawanza und was besonders beeindruckend ist: damals wie heute ist das Label Marktführer. Und das, obwohl mittlerweile hunderte Konkurrenten (und Nachahmer) in Sachen Bayerische Mundart-Shirts an den Start gegangen sind. Also: was ist das Erfolgsgeheimnis der Geschwister?

Strawanza- vom Startup zum Marktführer

Rückblick: Als die damals 21-jährige Laura Forstner das Label zusammen mit ihrem Bruder Christoph gründet, steckt sie noch mitten in der Ausbildung zur Mediengestalterin. Und obwohl das Startup sofort durch die Decke geht, bleiben die beiden auf dem Boden. Laura studiert neben dem Aufbau der Marke noch Kommunikationswissenschaften im Bachelor und Marketing- und Vertriebsmanagement im Master. Erst seit 2020 ist die 27-jährige zu 100% für das eigene Label tätig.

Laura & Christoph

Laura, was ist das Schöne an Deiner Arbeit?

Das mit Abstand Schönste an meiner Arbeit ist, wenn ich unverhofft auf der Straße Menschen sehe, die unsere Produkte tragen. Wir verkaufen unsere Textilien zwar nur selten offline, z.B. bei einem unserer PopUps, aber dann ist es ein wahnsinnig schönes Gefühl. Wenn sich Kund:innen freuen, ein Teil ergattert zu haben oder wenn sie über neue Motive stolpern und schmunzeln müssen- mega!

.. und was nervt?

Neben den meisten wirklich sehr lieben Kunden muss ich mich immer wieder über unhöfliche E-Mails ärgern. Wir machen ja wirklich noch alles selbst, von Social Media über Einkauf bis hin zur Kundenbetreuung. Und klar, wenn mal etwas schief läuft, finden wir eigentlich immer eine Lösung. Da würde ich mir aber manchmal tatsächlich wünschen, dass der bzw. die Verfasser:in nicht vergisst, dass ihm auch nur ein Mensch gegenüber sitzt.

Home Office oder Büro?

Eindeutig Büro. Wir haben seit gut zwei Jahren unser eigenes Büro in der Dachauer Altstadt. Davor haben wir fast acht Jahre ausschließlich im Home Office gearbeitet. Es ist einfach etwas ganz anderes, wenn man einen festen Platz zum Arbeiten hat und dann am Abend die Tür zuschließen kann. Natürlich arbeite ich immer noch ab und zu von zu Hause, z. B. wenn ich a bisserl a Pause von meinem Bruder brauch. 😉

Laura in der letzten Kollektion

Laura, Du bist verantwortlich für die Designs: Woher holst Du deine Inspiration? Und wie lange dauert die Entwicklung eines neuen Motivs?

Inspiration bekomm ich eigentlich von überall her: von Plakaten, die ich auf der Straße sehe, von Personen, die mich inspirieren, aus Zeitschriften, Pinterest und so weiter. Ich halte einfach die Augen offen und nehme meine Umwelt wahr. Oft ist es auch so, dass mein Bruder Christoph ganz genaue Vorstellungen hat und wir sie dann gemeinsam umsetzen. Wie lange ich an einem Design sitze, ist tatsächlich total unterschiedlich- wie bei einem Musiker. Manchmal sitze ich 5 Minuten, manchmal dauert es Wochen, bis etwas entsteht. Und manchmal können aus einem Motiv auch drei weitere werden.

Hast Du Vorbilder?

Ich habe keine spezielle Person, die für mich „das Vorbild“ ist. Es ist vielmehr so, dass es viele Menschen gibt, deren Charakter oder Handeln mich begeistern. Oder andere, bei denen das Gegenteil der Fall ist. Dann versuche ich mir die guten Eigenschaften zum Vorbild zu nehmen und die schlechten nicht zu übernehmen.

Von Bavarian Couture zu Strawanza

Laura, wieso habt Ihr Euch nach 10 Jahren zum Rebranding entschieden?

Im Endeffekt war Bavarian Couture kein richtiger Markenname. Es ist ein beschreibender Begriff für “bayerische Mode”- und den kann man sich schwer schützen lassen. Außerdem wollten wir weg von der englischen und französischen Umschreibung. Wir stehen ja für Heimat! Im selben Moment war es für uns aber auch sinnvoll, uns für die Zukunft nicht nur für Bayern zu positionieren. Unser Label funktioniert ja genauso auch für Österreich oder die Schweiz, wo viele sich mit Bergen und dem Lebensgefühl identifizieren. Wir haben dann laaaaaaaang überlegt- und uns sicher 40 verschiedene Titel ausgedacht, inklusive Logos! Es hat aber nie gezündet. Bis in der Frühjahrkollektion 2019 ein Motiv mit “Strawanza” dabei war. Auf einmal hat es Klick gemacht und das haben wir dann komplett für die Marke übernommen.

Christoph (mit Skibrille) und Laura (vorne mittig) mit ihrer Crew beim Fotoshooting

Strawanza & Social Media

Ihr wart von Anfang an auf Instagram und Facebook. Inwiefern sind diese Kanäle wichtig für Eurer Geschäft?

Enorm wichtig. Fotos von hübschen Mädchen in unseren Shirts oder Pullis sind von Anfang an ein Katalysator für’s Geschäft. Und dann braucht es auch ein wenig Glück, wenn große Influencer wie Kai Pflaume bei uns ordern. Das war nämlich kein Deal á la: “Wir schicken dem mal auf gut Glück 50 Shirts.” Wir waren selbst total überrascht, als er uns auf einem seiner Fotos markiert hat. Wir haben dann in den Bestellungen nachgesehen- und ja, er hatte ganz normal bestellt und bezahlt. Das war natürlich mega! Mittlerweile wird er wahrscheinlich total erschlagen von Merch- wir haben ihm zu Weihnachten ein paar Socken geschickt. Man muss ja rausstechen aus der Menge. 😉

 Was habt Ihr 2022 mit Strawanza noch vor?

In erster Linie wollen wir weitermachen wie bisher: auf dem Boden bleiben und konstant liefern. Außerdem wollen wir auf dem Markt in Österreich und der Schweiz angreifen und planen natürlich die kommende Frühlingskollektion. Außerdem sind auch dieses Jahr wieder einige PopUps in ganz Bayern geplant.

Und last, but not least, die große Frage nach Eurem “Geheimnis”.

Warum ist Strawanza so erfolgreich?

Ich glaube, die Leute merken einfach, wer es nur für den Profit macht und wer mit Herzblut dabei ist. Wir hatten schon ein paar Mal die Möglichkeit, unser Business zu verkaufen. Schlussendlich haben wir es aber nie übers Herz gebracht, weil das Gegenüber eben nicht zu unserer Philosophie gepasst hat. Außerdem punkten unsere Shirts natürlich auch durch ihre hohe Qualität und die nachhaltige Herstellung. Das Gesamtpaket überzeugt. Und dafür sind wir sehr dankbar!

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Vielen Dank Laura, für den kleinen Einblick und viel Erfolg weiterhin mit Strawanza!

Ps: Mehr Gründerinnen und inspirierende Persönlichkeiten findet ihr hier.