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HEY Sisters: Anja Gena von Stadtspiel Schnitzeljagd

Anja Gena aus Dresden verdient ihr Geld spielend- zumindest fast.. 😉 Sie ist nämlich eine ganz ausgezeichnete Schnitzeljagd-Expertin. Mit ihren Stadtspielen können Erwachsene (und Kinder) verschiedene Städte Deutschlands und Europas auf eigene Faust erkunden- kreativ und mit viel Charme.

Stadtspiel Schnitzeljagd

Über 40 dieser Schnitzeljagden hat Anja in den letzten 1o Jahren entwickelt und mittlerweile braucht sie für ihr Business auch fünf Angestellte. Sie verkauft die Schnitzeljagden online, im Einzelhandel und in der eigenen Ladenmanufaktur in Dresden.

Anja, Dein beruflicher Werdegang startete genau wie meiner: mit einem Pädagogik Studium!

Ja, so ist es! Nach meinem Abitur 1998 habe ich zunächst Soziologie, Geografie und Pädagogik studiert. Danach wollte ich eigentlich in Soziologie promovieren- doch ich gründete stattdessen mit einer Freundin eine Firma. Da die Zusammenarbeit nicht funktioniert hat, lösten wir das Ganze wieder auf- aber ich fand die Selbstständigkeit toll. 2006 bekam ich eine Anfrage, ob ich nicht eine individuelle Schnitzeljagd für einen Geburtstag entwickeln möchte. Der Auftrag kam dann zwar nicht zustande, doch die Idee blieb in meinem Kopf. Nach vielen, vielen Monaten der Tüftelei ist dann 2009 das erste Stadtspiel herausgekommen. Ich habe mir selbst dann zwei Jahre gegeben, um zu schauen, ob meine Idee, mit Schnitzeljagden Geld zu verdienen, aufgeht oder auch nicht. Schon gleich zu Beginn habe ich in einen Onlineshop investiert und hatte zunächst nur ein kleines Büro in einer Bürogemeinschaft. Mittlerweile habe ich eine eigene Ladenmanufaktur und es kamen dann immer mehr Touren hinzu.

Was ist das Schöne an Deiner Arbeit?

Das Schöne an meiner Arbeit ist die Abwechslung. Kein Tag ist gleich. Ich habe Kreativitätstage, Produktionstage und Tage, an denen alles das passiert, mit dem ich nicht gerechnet habe. So lerne ich auch immer wieder neue Dinge, da die Herausforderungen sich ständig ändern. Und das mag ich.

.. und was nervt?

Es nervt mich, wenn ich mir einen zeitlichen Plan gemacht habe, der dann nicht aufgeht, entweder weil ich selbst ausfalle oder meine Kinder oder Mitarbeiter krank sind. Doch das Nerv-Level ist im Lauf der Zeit enorm gesunken, da ich für mich akzeptiert habe, dass ich diese Dinge nicht beeinflussen kann und Ärgern mir nur den Tag ruiniert. Mittlerweile schaffe ich es ganz gut, mit Gelassenheit zu reagieren und meist taucht dann doch eine Lösung auf, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe.

 Home Office oder Büro?

Ganz klar Büro. Ich beschäftige fünf Angestellte, alles Frauen, und wir verstehen uns untereinander einfach wunderbar. So bedeutet für mich Büro nicht nur Arbeit, sondern auch Vergnügen. Ganz besonders mag ich, dass wir mittags zusammen kochen, und zwar nicht nur Nudeln, sondern auch ganz ungewöhnliche Gerichte. Das gibt dem Tag immer noch einmal eine ganz besondere Würze.

Woher holst Du deine Inspiration?

Ganz klar von meinen Mitarbeiterinnen. In regelmäßigen Meetings tauschen wir uns darüber aus, wer welche Ideen hat. Daraus sind schon viele neue Produktideen entstanden und auch Verbesserungen, die uns alle das Arbeiten leichter machen. Außerdem erhalten wir sehr viel Feedback von Kunden, welches wir gern annehmen, um unsere Produkte zu verbessern.

Hast Du Vorbilder?

Ein konkretes Vorbild habe ich nicht. Doch ich bin mittlerweile zu einem großen Fan des Podcast „Hotel Matze“ geworden, bei dem immer wieder auch Unternehmer zu Gast sind. Beeindruckt haben mich vor allem Lea Sophie Cramer von Amorelie, die mit einer Beharrlichkeit an ihren Ideen dranbleibt und Christian Kroll, der Gründer der Suchmaschine Ecosia. Zum einen möchte ich selbst mehr fokussiert sein, um Ideen schneller und effektiver umsetzen zu können, und zum anderen möchte ich noch mehr Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen. Ich tue dies zwar schon, doch es ist mir nicht genug. Ich möchte weiterwachsen, so dass von meinem Erfolg auch andere profitieren. Das fängt bei den Mitarbeitern an und für mich gehört auch die Unterstützung gesellschaftlicher Projekte dazu.

Was war für Dich die größte Hürde beim Gründen?

Meine Gründung liegt schon etwas zurück, so dass meine Erinnerungen doch schon etwas verblasst sind. Ich kann mich aber noch gut daran erinnern, dass meine größte Schwierigkeit vor allem die fehlenden Informationen waren. Das Internet funktionierte nur leidlich und es gab keine Plattformen, wo ich mich umfassend und gut informieren konnte. Auch Beratungsangebote in der Form, wie es sie heute gibt, gab es nicht bzw. ich wusste nichts davon. Das ist mit heute gar nicht zu vergleichen.

Was ist Dein erklärtes berufliches Ziel?

Ich möchte gern von jeder großen Stadt in Deutschland und von den schönsten Städten Europas und der Welt ein Stadtspiel entwickeln. Der Weg ist schon eingeschlagen. Jedes Jahr kommen bisher zwei bis drei neue Städte hinzu und das wollen wir auch beibehalten. Die Höhe des Umsatzes spielt für mich eher eine untergeordnete Rolle, wichtig ist mir, dass ich sowie auch meine Mitarbeiter gut bezahlt werden für ihre Arbeit und wir alle nach wie vor gern arbeiten kommen.

Was rätst Du anderen Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit?

Vernetzung, Vernetzung und nochmals Vernetzung. Lerne von denen, die mehrere Jahre schon erfolgreich am Markt sind, scheue Dich nicht davor Fragen zu stellen und nutze Netzwerkveranstaltungen.

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Liebe Anja, Chapeau vor Deinem Erfolg und Danke, dass uns einen Einblick in Deinen Alltag als Chefin der Stadtspiele gegeben hast!

Mehr Gründerinnen und Geschichten aus dem Leben von Powerfrauen gibt es wie gewohnt hier bei den HEY Sisters!

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