HEY Sisters

HEY Sisters: Martina Petersen vom Ostseehof

4. Juli 2019

Was passiert, wenn sich eine Promiredakteurin aus der Stadt in einen Mann verliebt, der mitten im Naturschutzgebiet an der Ostsee lebt? Sie sagt JA zur Veränderung- und tauscht den roten Teppich und High Heels gegen die Flensburger Förde und Gummistiefel. Martina Petersen vom Ostseehof hat genau das gemacht. Heute ist sie 42, hat mit ihrer großen Liebe zwei Kinder (Lena, 3, und Tim, 7) und ist für die wunderschönen Ferienhäuser mit Meerblick verantwortlich. Außerdem leitet sie ehrenamtlich den Wald- & Strandkindergarten ihrer Kids als 1. Vorsitzende und sitzt im Kultur- und Sozialausschuss ihrer Gemeinde.

 

 

Martina, welche beruflichen Stationen hast Du schon durchlaufen?

In meinem “früheren Leben” war ich Redakteurin für Kino, Musik und TV-Themen. Angefangen bei der BRAVO in München, dann kurz beim Fernsehen in Hamburg und sieben Jahre bei Bild.de in Berlin – dort habe ich den Unterhaltungsbereich geleitet. Zuletzt bin ich wieder zurück in meine Heimatstadt Hamburg, weil mein damaliger Freund und jetziger Mann und ich nicht mehr die 4,5 Stunden in die Hauptstadt pendeln wollten. Nach vier Jahren Hamburg wurde ich schwanger und er fragte mich, ob ich mir ein Leben auf dem Hof seiner Eltern vorstellen könnte – als Nachfolger quasi. Ich habe keine Sekunde gezögert und nachdem unser Sohn geboren wurde, sind wir im Februar 2012 hier hoch gezogen. 2013 haben wir den Ostseehof dann übernommen.

Was ist das Schöne an Deiner Arbeit?

Ich versuche, den gestressten Menschen- meist aus der Stadt- einen wunderschönen, ruhigen, entspannten Urlaub zu verschaffen. Ich habe gerne guten Kontakt mit meinen Gästen, immer mal wieder ein Plausch auf dem Hofplatz und kann mir meine Arbeitszeit frei einteilen. Klar geht es an Wechseltagen mal stressiger zu, aber dann sind die Tage wieder ruhiger, wenn alle Häuser bezogen sind.

Im Wald- & Strandkindergarten ziehe ich die Strippen hinter den Erziehern und arbeite sehr eng mit der pädagogischen Leitung des Kindergartens. Krankheitsfälle, Neueinstellungen, Probleme mit den Bäumen im Wald, oder der Bauwagen braucht einen Bauantrag- darum muss ich mich dann kümmern.

In der Gemeinde wiederum möchte ich gerne mehr Kultur voran bringen – wir haben seit ein paar Jahren eine großartig ausgestattete Aula an der Schule, die Konzerte, Theater oder sonstige Veranstaltungen ohne Probleme beherbergen kann, da sie technisch top ausgestattet ist. Ich versuche, dort tolle vielseitige Kultur-Themen zu platzieren.

..und was nervt?

Gefühlt passiert immer alles auf einmal. Erzieher fallen langfristig aus, Bäume fallen um und das Waldstück wird für die Kinder gesperrt. Dann ist sofortiges Handeln gefragt: Krisentreffen. Die Gemeinde hat mehrere Termine anberaumt, wo ich anwesend sein muss. Eine Waschmaschine geht kaputt, wir brauchen doch noch mal neues Heizöl, weil es länger kalt ist als geplant, eine Scheibe im Wintergarten geht kaputt… Dazu kommt der obligatorische Gästewechsel jedes Wochenende und zwei Kinder, die mich brauchen. Multitasking steht auf meiner Stirn. Und ein bisschen Zeit für mich alleine und für mich und meinen Mann wäre auch noch schön…

 

 

Home Office oder Büro?

Ich mache alles von zu Hause..

Woher holst Du deine Inspiration?

Ganz viel Bauchgefühl und Herzverstand. Ohne Leidenschaft für die Sache würde nichts gehen

Hast Du Vorbilder?

Puh – Namen fallen mir dazu gerade nicht ein. Ich mag starke Frauen im Allgemeinen, die für sich und die Sache einstehen, eine Meinung haben und diese auch äußern, aber auch mal Abstand von Allem brauchen (Stichwort: kleine Auszeit) und dann wieder voll durchstarten, wenn der Akku wieder voll ist…

 

 

Was war die größte Hürde beim Gründen?

Unser Betrieb bestand ja schon. Früher war der Ostseehof ein richtiger Bauernhof mit Schweinen, Kühen und allem, was noch an Kleintieren dazu gehört. Über 40 Jahre haben meine Schwiegereltern diesen wunderschönen Ferienhof draus gemacht. Der Kuhstall wurde Haus Fördeblick, das Backhaus und der Hühnerstall unser Hanghaus und die frühere Abnahme (der Altenteil für die „alten“ Bauern) bekam einen Wintergarten mit Meerblick dran und wurde unser Bauernhaus. Die größte Hürde war wohl, meiner Schwiegermutter klar zu machen, dass „ist doch noch gut“ heutzutage nicht mehr reicht beim Vermieten von Ferienhäusern. Wir mussten alle Küchen neu machen, renovieren, neue Teppiche, Möbel, Betten, Matratzen besorgen. Außerdem musste eine neue Homepage her- von Social Media ganz zu schweigen. Das Loslassen war schwer für meine Schwiegermutter. Aber mittlerweile ist sie wohl ganz stolz auf mich.

Was ist Dein erklärtes berufliches Ziel?

Glückliche Feriengäste, die immer wieder kommen möchten, weil es so schön bei uns ist. Glückliche Kinder im Wald- & Strandkindergarten und glückliche Einwohner, mit einem bunten kulturellem Angebot in der Gemeinde.

Was rätst Du anderen Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit?

Mädels, ihr schafft das! Glaubt an Euch und wenn man fällt, Krone wieder aufsetzen und weiter geht’s…

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VIELEN DANK MEINE WUNDERBARE MARTINA!

Ich freue mich jetzt schon auf den Tag, an dem wir beide ein Selfie an Deiner wunderschönen Ostsee machen können! Mehr zum Ostseehof findet Ihr hier, mehr HEY Sisters hier.

 

 
 

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