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Mein Leben ist ein Chaos. Inklusive Bänderriss.

Kurz vor Weihnachten hab ich mir versehentlich die Sehne am linken Daumen durchtrennt. Mit einem Fleischmesser. Weil ich schnell zwischen Baum Schmücken und Staubsaugen ein Brot für meine Tochter machen wollte. Und weil Brotmesser und Brett nicht abgespült waren, hab ich den Laib in die Hand genommen und ihn mit dem extra scharfen Messer geschnitten. Und nicht nur ihn. Doch das war noch nicht genug Warnung- jetzt eben Bänderriss.

Bänderriss als Notbremse

Vor zwei Tagen habe ich mir jetzt das Sprunggelenk angebrochen und das rechte Außenband gerissen. Weil ich umgeknickt bin. Ich hatte eine Stufe übersehen, in der Stadt, auf einem Weg, den ich schon hundert Mal gegangen bin. Jetzt ist da eine Stufe, die ich nicht gesehen hab, weil ich spät dran war und schnell mindestens drei Outfits für den Blog schießen wollte. Davor hatte ich mein Auto schon falsch geparkt und natürlich wieder einen Strafzettel bekommen. Ich bin im Dauerstress.

Ich hetze durch mein Leben.

Ich bin jetzt seit Oktober getrennt und alleinerziehend. Und möchte trotzdem alles genauso wuppen wie vorher: das Kind, meine Freunde, meine Familie, drei Jobs, den Blog. Und da war doch noch was… ja, mich.

Was dabei rauskommt, ist: Chaos.

Mein Umfeld ist enttäuscht, weil ich nie Zeit habe. Ich habe ein schlechtes Gewissen. Weil ich das Gefühl habe, nichts so richtig zu tun, alles nur schnell schnell. Schnell von der Arbeit nach Hause, zum anderen Job, dann Aufräumen, die Maus vom Kindergarten holen, heim, spielen- die einzige Zeit, in der es nicht eilt. Denn ihr gestehe ich die volle Aufmerksamkeit zu. Sofort nach dem Abendessen geht es wieder weiter. Maus ins Bett. Blog, Outfits, Kunden, Emails. Ich hab zugenommen. Bin unzufrieden, mach mir Sorgen. Ständig bin ich online, ständig piepst mein Handy.

Notbremse Bänderriss

Wisst ihr, was ich kurz vor dem Sturz zu meinem Fotografen gesagt habe? “Ich glaub, ich hör auf mit dem Blog. Ich kann nicht mehr.” Drei Minuten später sitze ich heulend am Boden und halte mir meinen schmerzenden Knöchel, der mittlerweile die Größe eines Tennisballs angenommen hat. Ich muss runterfahren. Wenigstens ein paar Tage.

Ich muss runterfahren. Wenigstens ein paar Tage.

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