HEY Sisters

HEY Sisters: Nadine Primo von RESTLESSMIND

12. Mai 2019

Nadine Primo ist das, was ich persönlich gerne als „Jackpot“ bezeichne. Sie ist nicht nur eine wunderschöne Frau, sie ist intelligent, sensibel, offen und cool. Das einzige Manko: sie wohnt zu weit weg von mir! 😀

Die 28- Jährige lebt und liebt in Köln- und schreibt darüber auf RESTLESSMIND. Es geht um (Bi-) Sexualität, (offene) Beziehungen, Achtsamkeit, Zwischenmenschliches, gesellschaftliche Erwartungen und negative Emotionen wie Unsicherheit, Angst, Eifersucht und Neid.

Neben ihrer Leidenschaft, dem Schreiben, modelt Nadine und arbeitet in einer Werbeagentur.

 

Foto: Kilian Amrehn

 

Nadine, was ist das Schöne an deiner Arbeit?

Das Feedback der Leser: positive Nachrichten, dankbare Worte, ehrliche Fragen, authentische Stories, echte Emotionen und auch über konstruktive Kritik freue ich mich. Außerdem ist jedes Mal ein Stück weit Selbst-Therapie, schließlich fließen auch jede Menge persönliche Erfahrungen und Gedanken in meine Texte mit ein. Bisher hatte ich damit keine Probleme. Weder Freunde noch Familie, geschweige denn mein Partner haben Probleme mit meiner Offenheit. Zumindest sagen sie es mir nicht, denn jedes Mal, wenn ich frage, oder sie mir von sich aus Feedback geben, ist es positiv. Die provokanten Themen stören sie nicht, im Gegenteil, sie kennen mich: Sie wissen wie es gemeint ist.

Und was nervt?

Schlechte Anmachen und/oder provokante sexistische Sprüche. Darüber hinaus Ignoranz und Verblendung, die jeden Austausch bereits im Vorhinein verhindern und lediglich versteckte Frustrationen zum Vorschein kommen lassen. Mir geht es nicht darum zu missionieren, sondern Alternativen und Lösungswege aufzuzeigen. Meine Sicht ist subjektiv und damit nur eine von vielen, aber immerhin offen und empfänglich für Verbesserungen und/oder andere Meinungen.

Home-Office oder Büro?

Home-Office, definitiv! Gerade Schreiben kann ich nur, wenn ich in einer ruhigen Umgebung bin, mit Blick in die Ferne oder zumindest aus dem Fenster. Außerdem ist es für mich unglaublich anstrengend, acht Stunden zu sitzen. Bewegung ist das A und O, Stillstand der Feind der Kreativität. Außerdem möchte ich mir meinen Tag frei einteilen und d.h. weder auf Knopfdruck kreativ sein; noch Urlaubsanträge einreichen oder zu bestimmten Uhrzeiten präsent sein müssen. Zu viel Struktur behindert meinen Workflow.

 

Foto: Fabian Stuertz

 

Woher holst du deine Inspiration?

Bücher, Diskussionen und Austausch mit Freunden/Bekannten, Artikel und Essays (vorzugsweise aus der Zett, Jetzt, Medium, Bento, Edition_f). Ausgewählte oder empfohlene Dokumentationen. Aber letztlich: aus meinem (Gefühls-)Alltag und persönlichen Erfahrungen.

Hast du Vorbilder?

Ja. Frauen, die ihre Frau stehen; ihren Weg gehen; sich nicht den Mund verbieten lassen; ihrer inneren Schlampe freien Lauf lassen. Frauen wie: Frida Kahlo, Simone de Beauvoir, Beate Uhse, Coco Chanel, Oprah Winfrey, Laurie Penny…

Was war/ist die größte Hürde beim Gründen?

Der finanzielle Aspekt war und ist bis heute mein größtes Problem. Außerdem ist das „Sicherheitsnetz“ (Stichwort: Versicherungen und Abgaben) für Selbstständige wenig attraktiv. Man fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes „allein gelassen“.

 

Foto: Fabian Stuertz

 

Wie empfindest du die Unterstützung seitens des Staates beim Gründen?

Meiner Meinung nach ist es in Deutschland ein allgemein beschwerlicher Weg in die Selbstständigkeit, gerade wenn man das amerikanische Äquivalent betrachtet. Als Frau ist es dementsprechend nicht wesentlich leichter, im Gegenteil, eher komplizierter. In Deutschland fehlt eine authentische, pragmatische und unterstützende Start-up Kultur, weswegen bis heute viele Talente davor zurückschrecken, ihre genialen Ideen umzusetzen und an den Mann / die Frau zu bringen.

Was ist dein erklärtes berufliches Ziel?

Eine Community aufzubauen, die sich bewusst mit sich und ihren Mitmenschen auseinandersetzt. Körpergefühl statt Konsum. Achtsam und vorurteilsfrei – für ein tolerantes Miteinander. Alternative Liebeskonzepte gehören aufgezeigt, der Umgang mit Nacktheit und Sexualität an das 21. Jahrhundert angepasst… wir sind so frei und doch so beschränkt in unserem Denken. Die unaufgeklärte Wissensgesellschaft. Mein Ziel ist es daher, meine Leser zum kritischen Denken und Hinterfragen anzuregen; ihre Komfortzone zu verlassen und Neues auszuprobieren. Weniger verstecken, mehr präsent sein. Die eigenen Bedürfnisse verstehen und ihre Wünsche zulassen – mehr Liebe, weniger Angst im Alltag.

Was rätst du anderen Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit?

Da kann ich leider nicht wirklich etwas raten, zumal ich weder selbstständig bin noch es in naher Zukunft sein werde. Aus dem Stegreif würde ich daher sagen: verschafft euch ein finanzielles Polster… oder einen Sugar Daddy (Spaß beiseite: auf keinen Fall!).

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Dankeschöööön Nadine! Und die beste Meldung des Tages hab ich mir für den Schluss aufgehoben: da ich persönlich ja (aus Gründen) nicht mehr viel zum Thema Dating und freie Liebe beitragen kann, wird uns Nadine zukünftig als Gastbloggerin auf HEY Sister! glücklich machen!

 

YAY! 

Bis es kommende Woche den ersten gibt, könnt Ihr Euch einfach schon mal bei ihr umsehen:

RESTLESSMIND

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