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Du nimmst Antidepressiva? Du Opfer!

Als ich diesen Blog ins Leben gerufen habe, ging es nur um große Menschen. Und um die passende Kleidung. Ein stinknormaler Modeblog, nur eben für Frauen und Männer, die längenmäßig über der Norm liegen. Mit der Zeit mischten sich dann andere Themen dazu, rund um meinen Alltag: ich schrieb über mein Leben als Mutter, über Reisen, Liebe, Sex. Ich hätte nie gedacht, dass dieser Blog mich einmal dazu führen könnte, Menschen Kraft zu geben. Doch genau das hat sich im Laufe der Jahre heraus entwickelt. Heute geht es um Antidepressiva.

Antidepressiva- und meine Vergangenheit

Damals habe ich schon viel von mir Preis gegeben auf dem Blog. Aber es kamen immer wieder Fragen auf wie: “Susi, woher hast Du Dein Selbstbewusstsein, fühlst Du dich denn auch manchmal unwohl, wie schaffst Du es, so cool mit allem umzugehen?” Je mehr ich mit dieser “Rolle” konfrontiert wurde, desto mehr wurde mir klar, dass ich Euch auch den anderen Teil dieser “Superwoman” zeigen muss. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Dass ich natürlich auch meine Probleme habe, kleine und ja, auch große. Das Thema Depressionen habe ich erst vor kurzem hier schon einmal angeschnitten.

Immer wieder erreichen mich seitdem Mails, in denen Ihr wissen wollt, wie ich es geschafft habe, die Depression zu besiegen. Die Antwort ist: gar nicht.

8 Comments

  • Rena
    3. August 2019 at 14:42

    Danke, einfach Danke!
    Ich weiß gar nicht mehr wie oft ich am Anfang versucht habe meine Medikamente zu rechtfertigen. Dabei brauche ich das doch gar nicht, niemand braucht das! Leider gehört eine psychische Erkrankung immer noch zu den Erkrankungen, die man nicht oder nicht so sehr sieht und dementsprechend schwach ist auch die Akzeptanz. Was dieses Thema angeht, habe eine Menge Menschen großen Nachholbedarf.

    Viele Grüße
    Rena

    Reply
    • heysister
      3. August 2019 at 15:31

      So ist es. Außerdem ist jede Erkrankung anders- auch und gerade im psychischen Bereich.
      Lass Dich nicht unterkriegen. 🙂
      LG Susi

      Reply
  • Andre
    11. Januar 2019 at 12:41

    Sehr guter Artikel! Ich verstehe sowieso nicht, wieso man immer versucht so stark zwischen geistigen und organischen Ursachen zu unterscheiden (auch beim Thema Medikamente). Das Gehirn ist auch ein Organ oder etwa nicht? 😉 Was mir bei psychischen Erkrankungen jedoch immer sauer aufstößt, ist, dass man oft nur die Symptome behandelt und die psychische Erkrankung als das Problem sieht. Es gibt IMMER einer Ursache für solche Probleme. In der heutigen Zeit ist es oft schlicht und einfach chronischer Stress, für den unser Körper einfach nicht gemacht ist. Hinzukommend führen viele Menschen einen Lebensstil der absolut unnatürlich ist: Keine Bewegung, schlechte Ernährung usw.

    Wenn der Körper ungesund ist, zieht der Geist irgendwann mit. Da führt kein Weg dran vorbei. Mir hat mein Lebensstil damals 6 Jahre Angststörung mit Panikattacken und depressiven Episoden beschert. War zwar nicht die schönste Zeit aber man lernt einiges.

    Psychische Erkrankungen sind keine Schande, sondern einfach nur ein Symptom dieser verkorksten Gesellschaft…

    mfg Andre

    Reply
    • heysister
      12. Januar 2019 at 18:08

      Lieber Andre!
      Danke für dein Feedback, das ich mit einem durchgehenden Nicken begleitet habe! 🙂
      Alle Liebe Für Dich!
      Liebe Grüsse Susi

      Reply
  • JJ
    17. August 2017 at 10:22

    Hallo Susi,
    ein sehr wichtiges Thema. Nach mehreren traumatischen Ereignissen habe ich diese Gefühlslage vor längerer Zeit am eigenen Leib erfahren. Ich bin damit relativ offen umgegangen und habe eher positive Erfahrungen mit den Reaktionen anderer gemacht. Unheimlich viele Leute, von denen ich es nicht erwartet hätte, haben daraufhin selbst erzählt, dass sie Antidepressiva nehmen oder genommen haben! Es hat mich echt überrascht, dass nahezu 50 % der Menschen in meinem Umfeld betroffen sind/waren. Für alle Betroffenen, die kein Licht am Ende des Tunnels sehen: Ihr seid nicht allein und es kann verschwinden! Zumindest bei mir war es so, dass es mir nach ein paar Monaten Behandlung wieder extrem gut ging. Sogar so gut, dass ich mich seitdem für jede Situation gewappnet fühle. Ganz nach dem Motto “Schlimmer als damals kann es kaum kommen und es ist zu schaffen”. So gut geht es mir jetzt schon seit vielen Jahren – ohne einen Rückschlag. Natürlich mag das nicht für jeden und alle Auslöser der Erkrankung gelten. Ich kann nur jedem empfehlen, sich nicht allzu lange zu quälen, sondern möglichst zeitnah behandeln zu lassen (medikamentös und/oder Therapie) und Medikamente dann schnellstmöglich wieder abzusetzen, wenn es besser geht. Dir, Susi, drücke ich die Daumen und wünsche dir ganz viel Kraft!

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  • Sonja Blödorn
    12. August 2017 at 15:54

    Hallo meine Liebe
    Wie wahr deine Worte doch sind, auch ich habe früher darüber gelächelt bis ich letztes Jahr selber in diese Lage geraten bin.
    Heute bin ich froh Antidepressiva zu nehmen weil ich nicht weiß ob ich sonst heute hier schreiben würde
    Auch ich war so mutig und habe auf meinem Blog darüber geschrieben, weil diese Krankheit immer noch unter de Tisch gelehrt wird
    Daumen hoh für deinen Mut
    LG Sonja ( das Hexlein )

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  • Maikie Makakie
    12. August 2017 at 15:39

    Ein wirklich toller Post ! gut geschrieben
    Ich selbst bin oft der Meinung, dass solche Medikamente heutzutage leider oft “zu früh” genommen werden, weil sich oft keine Gedanken mehr darum gemacht wird, was man da zu sich nimmt oder ob es überhaupt die beste Lösung ist, für manche ist es denke ich die “einfachste”, aber nicht immer die effektivste.
    Dennoch finde ich auf keinen Fall, dass man solche Menschen verurteilen sollte, vor allem nicht diejenigen, die kaum eine Wahl haben.. Ich selbst habe auch Erfahrung damit und tat mich anfangs auch sehr schwer mit der Vorstellung, stimmungsverändernde Medikamente zu nehmen, musste für mich dann auch später feststellen, dass es für mein wohlbefinden nicht die beste Lösung war.

    Aber besonders dein Vergleich mit Medikamenten, die man z.B. bei Diabetis nimmt, finde ich sehr überzeugend ! 🙂

    Vielen Dank für den Post, ich habe ihn gern gelesen und finde ihn sehr wichtig 🙂

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  • Monika
    12. August 2017 at 15:26

    Genau so ist es!
    Wenn man sich ein Bein gebrochen hat und starke tabletten nimmt ist es ok.
    Aber wenn die Psyche krank ist und man antidepressiva nimmt ist es gleich was schlimmes.
    Unsere Gesellschaft sollte echt mal aufwachen !
    Ich nehme selbst antidepressiva nachdem ich nun in Therapie stationär war und zuvor 10 Jahre lang gekämpft habe und mich geweigert tabletten zu nehmen, weil es mir auch so negativ unter die Nase gerieben wurde.
    Und nun bin ich gott froh diese Pillen zu haben, und bereue es nicht früher genommen zu haben.

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