Lifestyle Wohnen

Rent a life- über den Trend, Möbel & Kleidung zu mieten

3. Dezember 2019

Arbeiten von überall? Klar! Das Bild von der digitalen Nomadin ist längst kein außergewöhnliches mehr. Frei wie der Wind, nur mit Smartphone und Laptop ausgerüstet… so wie HEY Sister Stefanie, die von Mexiko Stadt aus arbeitet, aus dem Koffer lebt und sich in verschiedenste Airbnbs einmietet. Sich festzulegen, scheint langweilig geworden. Das zeigt nicht nur Tinder- die Zeiten, in denen Mittzwanziger sich ein Eigenheim kaufen und bis zur Rente abzahlen, sind (scheinbar) vorbei.

Mieten, Leihen, Leasen

Neben den Apartments auf Zeit boomt auch das Geschäft mit Uber oder Cars on demand. Durch die Globalisierung leben Menschen auf bestimmte Zeit in fremden Ländern und ein Ende ist meist schon beim Umzug absehbar. Immer öfter leihen sich Menschen ein Leben- und das ist oft sogar viel nachhaltiger als Kaufen und Wegschmeißen.

Leben aus dem Koffer? Leben aus dem Karton!

Früher galt es als der ultimative Luxus, sich ein Autos oder eine Garage zu mieten, heute miete ich ein ganzes Leben. Mein Bett. Meine Couch. Meinen PC. Ganz vorne mit dabei: Otto Now oder Tchibo Share.
Seit Ende 2016 ist Otto mit seinem eigenen Miet-Commerce-Service Otto Now am Start. Mittlerweile werden über 700 Produkte an B2C- und B2B-Kunden vermietet, da­runter Elek­tronik und Möbel. Die letzte Sortimentserweiterung umfasst E-Scooter- die Mietgeräte waren in kürzester Zeit vergriffen.

 

 

Mitte 2017 folgte Tchibo ins Mietbusiness: in Zusammenarbeit mit dem Start-up Kilenda bietet Tchibo share Baby- und Kindermode sowie Spielzeug und Kinderzimmerausstattung zur Miete an. Eine tolle Erfindung- wenn ich zusammenrechne, was wir für die Babyausstattung meiner Tochter ausgegeben haben, wird mir schlecht.

Mieten statt Kaufen

Und doch wird eines klar: die Recherche zu diesem Artikel hat ungefähr ein halbes Jahr gedauert, weil ich das Thema immer wieder geschoben habe. Im ursprünglichen Artikel war auch Readymade gelistet- ein Kölner Start-Up, das etwa 50 Möbelstücke im Angebot hatte. Das Unternehmen ist mittlerweile Geschichte. Ebenso wie das Onlineangebot der Kleiderei, das ebenfalls Konkurs gegangen ist.

Ist die Zeit noch nicht reif für Startups, die vom Vermieten von Möbeln und Kleidung leben? Im Alltag scheinen diese Modelle einfach noch nicht angekommen zu sein. Warum, das liegt auf der Hand..

 

Kleidung mieten bei re-nt

 

Denn das das Mieten von Kleidung sinnvoll wäre, das streitet niemand ab, der Nachhaltigkeitsgedanke ist hier schließlich offensichtlich. In einer Wegwerfgesellschaft ist es enorm wichtig, Alternativen zum Dauerkonsum zu finden. ABER: Kleidung ist schlicht zu günstig. Das Angebot an Vermietern deshalb übersichtlich: Stay a while ist der Nachfolgeshop der insolventen Online-Kleiderei. Und dann gibt es da noch re-nt– beide Plattformen setzen auf Boxen oder fixe Monatspreise, bei denen der Kunde individuell Kleidung zugeschickt bekommt. Doch wenn ein Tshirt beim Discounter 5 Euro kostet- wer mietet dann?

Eine Stufe exclusiver ist das Ganze bei Dresscoded aus München: dort werden (hochpreisige) Abendkleider und Dirndl verliehen.

 

 

Kleidung muss endlich teurer werden, damit alternative Modelle Sinn machen. Denn im Moment ist Mieten höchstens hip- aber noch lange nicht die Regel. Die großen Player müssen mit einsteigen: als nächstes will IKEA eine Produktpalette zur Miete anbieten.

Und es ist am Ende ein Gedanke, der nach Schreiben dieses Artikels bleibt:

Müssen wir loslassen, um zu sehen, wer wir wirklich sind? 

Eine spannende Entwicklung…

 
 

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