Menu

Drei Minuten am Tag: “Meditationen für Mamas”

Als ich zum ersten Mal von “Meditationen für Mamas“ gehört habe, dachte ich kurz: Ganz ehrlich, wenn ich Zeit zum Meditieren hätte, dann bräuchte ich das Meditieren gar nicht mehr. Versteht Ihr, was ich meine? Wie sollen wir (in Coronazeiten) Zeit für uns finden? Als berufstätige Eltern, im Homeschooling, 24/7 zusammen.

Da kommt Katrin Michel ins Spiel. Sie ist -wie ich- Jahrgang 1983, Mama von drei Söhnen und wohnt in Hamburg. Dort hat sie ihr eigenes Label kamija aufgebaut und ist eine der Gründerinnen des Netzwerks Gebärmütter, über das wir hier schon kurz berichtet haben. Außerdem ist sie Meditationscoach, Prenatal-Yogalehrerin und HypnoBirthing-Kursleiterin. Und heute erscheint ihr zweites Buch Meditationen für Mamas. 

Meditationen für Mamas

Autorin Katrin Michel

Katrin, Du tanzt selbst gefühlt auf tausend Hochzeiten, hast drei Jungs- wie schaffst Du das?

Das werde ich tatsächlich oft gefragt und ehrlich gesagt, ich weiß es selbst manchmal nicht. 🙂 Ich glaube, es ist einfach so, dass mein Herz für das schlägt, was ich mache. Ob privat als Mama oder beruflich. Mittlerweile ist es außerdem so, dass meine zwei größeren Jungs auch durchaus mal ohne Mama sein können. Mit Baby ist es noch einmal eine ganz andere Sache, da ist es super wichtig, dass man sich ein gutes Netzwerk aus Freunden und Verwandten schafft.

Mein Mann ist mein größter Unterstützer

Mein Mann und ich leben ein 50:50 Modell, er ist sehr viel mit den Kindern zusammen und auch der Haushalt liegt zu 90 Prozent bei ihm. Das macht es auch erst möglich, dass ich meine Träume leben kann. Mein Buch habe ich zum Beispiel zum Teil auf Mallorca fertig gestellt. Es war schon immer ein Traum von mir, in einer Finca zu schreiben und dabei das Meer rauschen zu hören. An einem Freitag hat mir mein Mann kurzerhand einen Flug und Unterkunft gebucht und einen Tag später bin ich für eine Woche gefahren. Wahnsinn und so großartig!

Was antwortest Du Frauen, die sagen: „Ich habe keine Zeit zu meditieren.“?

Als ich für mich entdeckt habe, dass es so viele Meditationsweisen wie Menschen auf der Welt gibt, konnte ich mich von dem Klischee verabschieden, dass sich in mir vom Meditieren gefestigt hatte. Ich war früher fest davon überzeugt, dass ich stundenlang im stillen Kämmerlein in einer ziemlich unbequemen Haltung vor mich hin sitze. Und ganz ehrlich, Zeit und ein stilles Kämmerlein, das gibt es eigentlich so gar nicht mehr, seit dem ich Mama von drei Wirbelwinden bin. Aber: das braucht es auch gar nicht. Drei Minuten am Tag reichen für mich völlig aus.

Drei Minuten sind genug

Drei Minuten, die ich nur für mich habe, um mir das zu holen, was ich in meinem Mama-Alltag gerade vermisse. Ob Ruhe, Kraft, Geduld oder einfach nur das bewusste Atmen. Das hat so viel für mich verändert. Ich kann in stressigen Situationen schneller meine Muster erkennen und manchmal schaffe ich es auch tatsächlich, aus diesen aussteigen. Zudem bin ich ausgeglichener und genau dann kann ich auch meinen Kindern die Wegbegleiterin sein, die ich sein möchte. Irgendwann werden die drei Minuten so selbstverständlich wie das tägliche Zähneputzen, denn dafür haben wir ja auch mehrmals am Tag Zeit.

Können auch absolute Anfängerinnen mitmachen?

Eigentlich ist keine Frau eine absolute Anfängerin, denn was bedeutet Meditation eigentlich? Es heißt, dass wir unseren Geist für einen gewissen Zeitraum auf eine bestimmte Sache richten und fokussiert dabei bleiben. Und das passiert auch, wenn wir unseren Kindern bei ihrem Spiel zusehen oder ein Buch lesen. Also bist auch Du eigentlich schon ein richtiger Profi. Natürlich ist es -vor allem am Anfang- gar nicht leicht, konzentriert die Aufmerksamkeit zu lenken, zum Beispiel auf den Atem. Vor allem, wenn wir zur Ruhe kommen, wollen auf einmal 1000 Gedanken gedacht werden. „Ich hab vergessen, den Arztermin zu verschieben“, „Heute muss ich noch Wäsche waschen“, „Warum streiten die Kinder jetzt schon wieder“ oder, oder, oder.

Wahrnehmen. Weitermachen.

Dann nicht verärgert zu sein und nicht etwa zu denken: „Ich hab es doch gewusst, ich kann eben nicht meditieren“ ist wichtig. Anstatt aufzuhören, genau dann weiterzumachen und einfach zu bemerken, dass man schon wieder abschweift, ist so wertvoll. Genau dann funktioniert Meditation. Irgendwann wird der Geist ruhiger und man bekommt die Möglichkeit, sich auf eine neue Art und Weise kennen zu lernen. Anfängern empfehle ich tatsächlich, mit der Atemmeditation zu beginnen. Unser Atem begleitet uns durch unser gesamtes Leben und ist quasi immer verfügbar. Und auch wenn die Emotionen beim Streit um das letzte Fischstäbchen wieder einmal hochkochen, kann man dieses Tool wunderbar nutzen. Erst einmal tief durchatmen, dann weitermachen. Der Trick ist nur, auch in solchen Situationen daran zu denken, aber genau das kann man trainieren.

 Was sagen Deine Kids, wenn Du mit ihnen Meditationen machen möchtest?

Meine Kinder wachsen mit einem ganz anderen Blickwinkel auf, was das Meditieren angeht. Sie sehen an mir, dass ich es mir wert bin, mich auch mal um mich selbst zu kümmern. Die Jungs bemerken, wie gut mir das tut und machen aus reiner Neugierde manchmal mit. Wenn wir zusammen meditieren, dann sehr spielerisch. Wir reisen in Gedanken zusammen ans Meer oder fliegen wie ein Vogel durch die Lüfte. Oder sie bekommen eine Massage, gepaart mit einer Phantasiereise, die ich erzähle.

Phantasiereisen & Streicheleinheiten

So läuft zum Beispiel Katze Mika über den Rücken der Kinder zum Spielplatz und erlebt dort allerhand Abenteuer. Dabei bilde ich mit meinen Fingern auf ihrem Rücken zum Beispiel das Herunterrutschen von einer Rutsche ab und streichel und kraule sie dabei. Es ist herrlich zu sehen, wie sie darauf reagieren und manchmal habe ich das Gefühl, dass sie selbst gleich anfangen zu schnurren. 😉 Im Buch gibt es aber nicht nur Meditationen für die ganze Familie, sondern auch Achtsamkeitsübungen, zum Beispiel aus dem Yoga. Meditation ist einfach eine Familienzeit, die man gemeinsam genießen kann.

.

Wow, Katrin, ich danke Dir für diesen völlig neuen Blickwinkel. Und gerade die Phantasiereisen sowie das ganz bewusste Atmen haben auch Eingang in meinen- unseren- Alltag gefunden.

Katrin Michel: “Meditationen für Mamas. Wie Entspannung im Alltag gelingt – auch ohne Zeit und Ruhe” ist erschienen im Kösel Verlag und kostet 16 Euro.

Pssssssst: Mehr tolle Bücher und Empfehlungen findest Du hier.

No Comments

    Leave a Reply

    Datenschutz
    , Besitzer: (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.
    Datenschutz
    , Besitzer: (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.