HEY Sisters

HEY Sisters: Katharina Greier und Gina Thielen von kune.

8. Dezember 2019

Die folgende Gründergeschichte begann ungefähr so: Zwei Kolleginnen teilen sich ein Büro- beide sind nicht besonders glücklich mit ihrem Job. Wenn die Eine einen schlechten Tag hat, sagt die Andere: Mensch, jetzt mach doch wieder was Eigenes!” Und wenn die Andere vor sich hin flucht, kommt von rechts: “Dann mach doch endlich was mit Kindern! Trau dich.”

Dass das so nicht weitergehen konnte, ist klar, oder? 😉 Und deswegen haben sich Katharina Greier und Gina Thielen im vergangenen Winter hingesetzt und die Köpfe zusammengesteckt. Das Ergenis: kune. kune ist esperanto für “zusammen” und Münchens erstes Lifestyle-Konzept für Mütter mit einer separaten Kinderbetreuung. Dazu ist ein Clean Eating Café geplant- die ideale Anlaufstelle für Mamas und ihre Kids.

 

Gina und Katharina

 

Ihr Lieben, wie war Euer berufliche Werdegang?

Katharina: Aufregend. Geprägt von Zweifeln dank der fragenden Blicke “Wie, du hast nicht studiert?”. Einfach war das nicht, aber ich war schon immer eher die Praxisorientierte. Und dank erfolgreicher Selbstentwicklung kam dann auch der Stolz und die Selbstverwirklichung.

Gina: Schon in der Grundschule habe ich erzählt: Ich mache die Schule fertig und studiere Jura. Logisch! Nicht einmal meine Mutter weiß woher ich diese Idee hatte. 2008 bin ich dann nach München gekommen und habe an der LMU studiert. Natürlich Jura. Aber die 100%-ige Erfüllung habe ich hier nie gefunden. Nach dem Studium war mir klar, dass es nicht der klassische Kanzlei-Anwalts-Anzug-Job wird. Das spannende und auch nervenaufreibende Start Up- Leben hat mich in die Fänge genommen. Nach knapp 2 Jahren in der IT-Branche mit allen Auf und Abs der Start Up Szene fühlte ich mich gewappnet für ein eigenes Projekt- mit Kindern! Ich habe schon immer mit Kindern gearbeitet. Babysitting, Kindersportkurse, soziale Projekte im Ausland u.v.m. – sogar ein Praktikum nach dem 2. Staatsexamen in einer Kinderkrippe in München war dabei. Deswegen war eins klar: Wenn ich gründe, dann nur wenn Kinder im Spiel sind!

Was ist das Schöne an Eurer Arbeit?

Katharina: Dass ich meine Energie für etwas verwende, das mir am Herzen liegt und meine persönlichen Ziele unterstützt.

Gina: Jeden Tag passiert etwas Neues. Man begegnet vielen spannenden neuen Menschen und man erhält von vielen Seiten Unterstützung und Zuspruch. Das macht einfach Spaß. Wir können selber bestimmen, wo wir hinwollen mit unserem Konzept und stehen einfach 100% dahinter. Das ist ein tolles Gefühl.

 

 

 .. und was nervt? 

Katharina: Das schlechte Gewissen, wenn man mal Nichts tut. Zu lernen, abzuschalten und die finanzielle Ebbe eines Gründers zu akzeptieren.

Gina: Das schlechte Gewissen, wenn man mal nichts tut. Zu lernen abzuschalten und die finanzielle Ebbe eines Gründers zu akzeptieren. Aller Anfang ist schwer und gerade unser Projekt betrifft ein sehr persönliches Thema. Da muss man viel Geduld mitbringen und nicht direkt aufgeben. Man macht am Anfang einfach alles selbst. Auch wenn man keine Ahnung hat. Läuft bisher aber.

Home Office oder Büro? 

Katharina:Büro. Ich mag die Freiheit, woanders arbeiten zu können, bin aber gerne strukturiert und kann das besser im Büro ausleben.

Gina: Die Mischung  macht’s. Ich komme daheim sehr gut in einen Tunnel und kann Stunden arbeiten, ohne aufzustehen. Es lenkt einfach keiner ab. Aber mit der Zeit wird es einsam und persönlicher  Austausch ist so wichtig und stärkt das Team.

Woher holt Ihr Eure Inspiration?

Katharina: Aus dem Alltag, meinem Umfeld und dem Feedback Anderer.

Gina: Oft sind es Kleinigkeiten, die einen inspirieren. Das kann überall und plötzlich passieren.

 

 

Habt Ihr Vorbilder? 

Katharina: Vorbilder… nicht wirklich. Ich bewundere meine Eltern sehr. Habe größten Respekt, was sie uns drei Kindern ermöglicht haben, wie sie eine Familie bis heute zusammenhalten und mir eine große Stütze sind.

Gina: Mein Freund, weil er in seiner Arbeit aufgeht und sich nie beschwert. Das spornt mich an, genau so einen Weg für mich zu finden. Ansonsten versuche ich mich von positiven Menschen beeinflussen zu lassen und für verschiedene Bereiche im Leben etwas Inspiration und Ansporn bei immer mal einer anderen Person zu finden.

Was war/ist die größte Hürde beim Gründen? 

Katharina: Die traditionellen Denkmuster zu ignorieren und sich mit Gedanken wie „ist das wirklich das was ich will, lohnt sich all die Mühe, bin ich mir sicher“ auseinander zu setzen- aber sich nicht aufhalten zu lassen.

Gina: Man muss sehr viel reinstecken und es dauert einfach. Man baut sich mühsam eine Bekanntheit auf und feiert jeden Follower und jede einzelne Ticketbuchung, als ob man gerade im Lotto gewonnen hätte. Wir wollen eine feste Anlaufstelle sein und die Suche nach einer passenden Immobilie in München ist der Horror.

Wie empfindet Ihr die Unterstützung seitens des Staates beim Gründen?

Katharina: Undurchsichtig & aufwendig. Ich habe mich nie motivieren können, mich damit auseinander zu setzen. Bisher habe ich immer selbst eine Lösung gefunden.

Gina: Ich stimme Katharina da total zu! Wie all der ganze Bürokratiekram. Deswegen habe ich mich dafür entschieden, on top zur Gründung in einen Teilzeitjob zu gehen. Also frei nach dem Motto: Selbst ist die Frau!

 

 

Was ist Euer erklärtes berufliches Ziel? 

Katharina: kune. bekannt zu machen und stolze Unternehmerin sein zu können. Gästen eine Anlaufstelle bieten und ein Arbeitsplatz mit Mehrwert zu sein.

Gina: Wir haben uns erst letztens hingesetzt und uns gefragt: Was sind unsere persönlichen Ziele? Wir wollen Gelerntes weitergeben und motivieren sich mal was zu trauen. kune. bedeutet zusammen in Esperanto und das ist auch unser Motto. Wir wollen andere unterstützen und mit Allen gemeinsam in das perfekte Konzept hineinwachsen.

Welchen Rat gebt Ihr Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit mit? 

Katharina: Probiert es aus, nichts muss, alles kann! Es gibt keine Garantie, aber ich würde niemals Gefahr laufen wollen, eines Tages zu sagen „hätte ich nur“. Nutzt das Leben mit all seinen Möglichkeiten und versucht aus jeder „Watschn“ zu lernen.

Gina: Einfach mal machen! Versuchen kleine Schritte zu gehen, damit ihr euch nicht gleich in den Ruin treibt! Mit offenen Augen Risiken ausmachen und bei allem Eifer kurz innehalten und sich fragen: Führt mich das noch zum Ziel?

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Vielen Dank für das mega sympathische Interview, Gina & Katharina, und viel Erfolg! Und wenn Ihr die beiden und ihr Angebot näher kennen lernen wollt: am kommenden Sonntag (15.12.) steigt wieder ein Sunday Brunch mit Vorlesestunde in München.

Mehr Gründerinnen und Businessfrauen im Porträt findet Ihr hier.

 
Fotos: Tobias Strauss, Simon Lorinser
 
 

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