HEY Sisters

HEY Sisters: Monika Frauendorfer, Markenberaterin

7. Januar 2019

YAY! Auch in diesem Jahr erwarten Euch hier auf HEY Sister! spannende Interviews mit inspirierenden Gründerinnen und Selbstständigen. Den Auftakt für 2019 macht eine Frau, die Euch zur Marke machen kann! Auf Monika Frauendorfer bin ich über eine Facebookgruppe für Business-Moms gestoßen- und fand sie auf Anhieb sympathisch. Die 44-jährige ist Markenberaterin und Content-Marketing Managerin und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in München.

 

 

Monika, was ist das Schöne an Deiner Arbeit?

Ich mache selbständige Frauen mit ihrem Business sichtbar und begleite sie in ihrem Markenaufbau. Ich interessiere mich für ihre Geschichte und ihre Beweggründe und hole so aus ihnen raus, was sie besonders macht. Ich liebe diese Momente, in denen meinen Kundinnen eine „Last“ von den Schultern fällt und Stolz in den Augen aufflackert, wenn sie ihre Botschaft und ihr Markenherz gefunden haben. Sie sehen dann endlich das, was sie lange nicht so deutlich vor Augen hatten – nämlich, wie wertvoll ihr Wissen und ihre Persönlichkeit für andere sind. Das begeistert mich, das treibt mich an.


… und was nervt?

An meiner Arbeit selbst nervt mich gar nichts. Es ist das, was ich liebe und mir so gestalte, wie ich es möchte. Aber es nervt mich der Grund, warum viele Mütter sich selbständig machen (müssen). Die Motivation vieler Frauen und Mütter ist nämlich oft nicht, dass sie schon immer eine Unternehmerin sein wollten. Fakt ist, dass die meisten Frauen sich während oder nach der Elternzeit selbständig machen, weil sie in der Arbeitswelt keine flexiblen Arbeitsmöglichkeiten als Mutter vorfinden, die ihren Interessen und Qualifikationen entsprechen und Familie und Beruf vereinbaren lassen. Und wenn, werden sie in Teilzeitstellen in ihrer Position degradiert und so nicht mehr für voll genommen. Ich habe die Suche nach einer Teilzeitstelle nach meinem Umzug nach München und meiner Elternzeit selbst als sehr frustrierend und unflexibel erlebt. Die Tatsache, dass sich das auf eine riesige und für unsere Zukunft fundamental wichtige Gesellschaftsgruppe bezieht, empfinde ich als diskriminierend. Ich finde es unfassbar, wie konservativ das System da immer noch ist. Über das Thema Kita-Plätze möchte ich dabei erst gar nicht reden.

 

 

Home Office oder Büro?

Home-Office. Das ist mit zwei kleinen Kindern, 4 und 7 und in München für mich gerade definitiv das Beste. Keine Fahrzeiten, kurze Wege, das hat schon was. Das gibt mir die Flexibilität, die brauche. Und Vorrang haben immer die Kinder und die Familie. Dazwischen muss ich aber auch wirklich mal raus zu Netzwerktreffen und Veranstaltungen. Sonst würde mir die Decke auf den Kopf fallen.

 

Woher holst Du deine Inspiration?

Alles, was um mich passiert, inspiriert mich. Ich kann in der Tat kaum noch wo gehen oder stehen, etwas lesen oder mit jemandem sprechen, ohne dass es nicht in meinem Kopf anfangen würde, zu rattern. Das ist faszinierend aber auch durchaus anstrengend. 😉 Zum Beispiel: Meine Kinder inspirieren mich täglich durch ihr Sein, meine Kundinnen durch ihre Geschichte und ihre Fragen. Meine beste Freundin inspiriert mich durch ihre manchmal für mich so schräge und andere Betrachtungsweise der Welt, unser Kater inspiriert mich durch sein „entspannt in den Tag leben“, Überschriften in Zeitschriften finde ich klasse. Inspiration entsteht aus meiner täglichen Erfahrung, aus Büchern, bei Reisen, Ausstellungen… Das könnte ich jetzt unendlich fortsetzen.

 

 

Hast Du Vorbilder?

Hm. Das Wort „Vorbilder“ gab es tatsächlich bis vor kurzem in meinem Wortschatz nicht. Ich bin immer den Menschen gefolgt, mit denen ich mich wohl fühlte, die mein Leben bereichert haben, die mir die Welt mit ihren Augen zeigten und mich daran teilhaben ließen, mit denen ich mich austauschen konnte und mit denen ich gewachsen bin. Ich habe sie für mich aber nie als Vorbilder definiert. Wenn eher als Freunde oder Mentoren. Erst seitdem ich mich mehr mit Menschen und ihren Geschichten beschäftige und ich mich durch meine Gründung auch noch mehr mit meiner eigenen Geschichte auseinandergesetzt habe, taucht das Wort „Vorbild“ immer mehr in mein Bewusstsein. Ich habe angefangen, mir bewusst Vorbilder zu suchen. Dabei habe ich festgestellt – Menschen, die authentisch und ehrlich ihren Weg gehen und sich dabei nicht beirren lassen, finde ich klasse.


Was war die größte Hürde beim Gründen?

Die größte Hürde war definitiv, mein Business auf den Punkt zu bekommen. Meinen Fokus zu finden, ihn in eine Botschaft zu packen und für die sichtbar zu machen, für die ich arbeiten möchte. Ja, das sage ich als Markenberaterin. Und ja, auch mir ist es wirklich schwer gefallen, meine Positionierung auf den Punkt zu bekommen. Der Kopf ist am Anfang so voller Ideen. Ich hatte zwar eine ganz klare Vorstellung, was ich erreichen wollte, aber es waren zu viele verschiedene Angebote, zu denen ich in Summe gar nicht als Expertin beitragen hätte können. Da hilft aber tatsächlich nur die eigene Erkenntnis und der damit verbundene Zeitverlust oder ein Blick von außen. Eine weitere Herausforderung war für mich, plötzlich keine Gewerke mehr um mich zu haben, denen ich die Aufträge zur Umsetzung meiner Ideen geben konnte oder einfach Fragen stellen konnte. Als Projektmanagerin war ich es gewohnt, im Team zu arbeiten. Und plötzlich war da kein Grafiker, kein Lektor, keine Rechtsabteilung mehr. Das war Anfangs echt eine große Umstellung. Mittlerweile habe ich mir ein Netzwerk aufgebaut und kann die meisten Themen ganz gut damit abdecken.

 

 

Wie empfindest Du die Unterstützung seitens des Staates beim Gründen?

Ich habe nicht viel genutzt und mich auch nicht sonderlich schlau gemacht, um ehrlich zu sein. Durchaus erwähnenswert finde ich hier in München das Projekt guide, eine wertvolle Anlaufstelle für alle Gründerinnen und Selbständige. Viele erfolgreiche Frauen in München sind mit guide gestartet! Ich gehe heute noch regelmäßig zu Netzwerkveranstaltungen. Wenn ich die Unterstützung hinsichtlich des Gründerzuschusses sehe, bin ich gespalten. Ich habe den Gründerzuschuß erhalten. Finanziell war das aber kein Win, denn die 300 Euro mehr im Monat wurden durch die Krankenversicherung aufgefressen.

 

Was ist Dein erklärtes berufliches Ziel?

Frauen sichtbarer zu machen. Frauen mit all ihren Facetten und Geschichten sichtbar zu machen und der Arbeitswelt und Gesellschaft da draußen klar vor Augen zu führen, wie engstirnig und blind sie mit der Ressource Frauen und Mütter umgehen. Für mich ganz persönlich: Wieder finanzielle Unabhängigkeit und Freiheit zu erlangen.


Was rätst Du anderen Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit?

Bei sich zu bleiben, seinen eigenen Weg zu gehen und nicht immer auf die skeptischen Stimmen von Außen zu achten. Und sich immer wieder einen Blick von Außen zu holen. Es reicht oft schon der von seinen Freunden oder eines (potentiellen) Kunden. Der eigene Blick auf sich selbst ist sehr schwierig und aus meiner persönlichen Sicht selbst mit der größten Professionalität so gut wie unmöglich. Außerdem: Vernetze Dich! Unbedingt! Alleine bist Du aus meiner Sicht verloren. Denn gemeinsam sind wir einfach stärker. Und sehe Mitbewerber nicht als Feind. Du solltest immer so aufgestellt sein, dass Du Dich nicht „fürchten“ musst. Hab ihn im Blick und nutze ihn für Dich, indem Du Deine Stärken nach vorne stellst und Du so die Schwächen des anderen sichtbar machst.

BÄM! Vielen Dank liebe Monika!

Wenn Ihr mehr erfahren wollt: zu Monikas Arbeit und Angeboten geht es hier, zu den anderen HEY Sisters gelangt Ihr hier!

Fotos: Sabine Gassner, Sapna Richter

  • Reply
    Claudia
    8. Januar 2019 at 17:48

    Toller Artikel! Liebe Monika, Du inspirierst mich! Danke dafür!

    • Reply
      heysister
      9. Januar 2019 at 9:51

      Danke für Dein Feedback, liebe Claudia!
      Wir sind alle ganz angetan von diesem erfrischenden, sympathischen Interview!
      Alles Liebe, Susi

Leave a Reply

Ich stimme zu.

Instagram

Let's connect!