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Donaulied: Debatte um Bierzelt-Sexismus

Ich muss zugeben, bis vor kurzem hatte ich keine Ahnung, was das “Donaulied” ist (Gott sei Dank!). Das weiß ich erst, seitdem die 22-jährige Studentin Corinna Schütz vor wenigen Tagen eine Petition gegen den Song gestartet hat. Grund: darin werde die Vergewaltigung eines schlafenden Mädchens besungen. Dass so ein sexistischer Text noch immer in Kneipen und Festzelten gespielt wird, kann die Passauer Studentin nicht nachvollziehen. Ihre Petition hat (Stand heute) über 11 Tausend Unterschriften bekommen.  Aber es hagelt es für Schütz auch Häme und Spott.

Das Donaulied- eine Vergewaltigungsphantasie?

Wer, wie ich, das Lied noch nicht kennt, der findet den gesamten Songtext am Ende des Artikels. Ein Auszug: “Ich machte mich über die Schlafende her, Ohohoholalala. Sie hörte das Rauschen der Donau nicht mehr, Ohohoholalala” oder “Mein Mädchen, mein Mädchen, was regst du dich auf, Ohohoholalala. Für mich war es schön und für dich sicher auch, Ohohoholalala”.

 Auf der Petitionsseite heißt es: “Sprache formt das Denken. In diesem alten Volkslied vermittelt der umgeschriebene Text ein Weltbild, das sexuelle Gewaltfantasien gegen Frauen normalisiert und verherrlicht. Deswegen stellt das Donaulied eine Form sexueller Gewalt dar.”

Für Corinna Schütz zählt vor allem, dass sich die Leute mit dem Text auseinandersetzen. Und dann freiwillig auf das Singen verzichten. “Meine Mitstudenten kommen aus aller Welt. Wir müssen uns dann rechtfertigen, warum wir so etwas noch singen.”
Der 22-jährigen ist das Donaulied übrigens schon lange ein Dorn im Auge. Der Gedanke zur Petition kam ihr, als Joko und Klaas vor kurzem die 15 minütige Sendung “Männerwelten” im TV zeigten.

Donaulied- kann weg

Die Debatte, die um den Song entbrennt, ist ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. So liest man auf der Petitionsseite: Frauen sollten sich nicht so haben, verstünden keinen Spaß und das Totschlag Argument: DAS WAR SCHON IMMER SO! Doch ganz ehrlich: Genau darum geht es bei Sexismus im Alltag. In der losgelösten Atmosphäre eines Bierzelts wird also von Missbrauch und Gewalt gesungen- fröhlich und völlig verharmlosend. Wer dabei noch von Spaß redet, hat nichts von #metoo verstanden.

Wie seht Ihr das?!

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